Mittwoch 22. November 2023 22:05 Alter: 97 Tage

Von: Maria Peters


... habe ich in diesem Jahr zum allerersten Mal teilgenommen – wie viele wissen, die mich kennen, bin ich ja, was ernsthaftes Bridge anbelangt, relativ spätberufen: obwohl ich schon, natürlich noch jahrzehntelang ohne Bietboxen, im Familienkreis „gereizt“ habe.

Nun endlich klappte es, frei nach Kishon, mit der „Besten aller Bridgepartnerinnen“ Vita Hupe, und wir fuhren am Morgen wohlgelaunt und systemmäßig gut abgesprochen nach Bad Soden.

Der achte und der elfte Platz in den ersten beiden Durchgängen (bei 32 teilnehmenden Paaren), und damit an neunter Stelle in der oberen Klasse qualifiziert, machte mich schon ziemlich glücklich.
Am Sonntag (ich als „Nachteule“ profitierte von der Uhrenrückstellung auf die Winterzeit) ging es zuversichtlich ins Finale. Bis auf die ersten drei Boards lief es ordentlich! Vita lehnte sich strahlend zurück („Du machst das schon heute Morgen“…) nach ein paar gelungenen Alleinspielen, als wir zu folgender Hand kamen.

Vita eröffnete mit 1 Pik, Ost zog die Stoppkarte für 4 Coeur. Richtig schön fand ich meine Hand nicht, aber 4 Pik erschien mir konkurrenzlos. Nach 5 Coeur von West sprang Vita zu meiner Überraschung in 6 Pik! Nach Coeur Ass–Angriff konnte man die Treffs hochspielen und war nicht mehr auf den Expass zum Karo König bzw. das „Gesäß“ des dazu passenden Asses angewiesen.

Nun spielten die Herren (34 Paare) neben uns ebenso (und auch dieselben Hände) um „Ruhm und Ehre“, sodass man die Ergebnisse schön analysieren kann.
Rein von daher gesehen: bei den Damen reizten 5 Paare den Schlemm, eine durfte im Kontra erfüllen, sodass es für 6 Pik dann 9 von 14 Punkten gab. Auch bei den Herren waren 5 Paare „drin“ – für 4 Spieler gab es 11 Punkte, einer fiel!

In diesem Feld wurden 2mal 6 Coeur im Kontra gespielt, nur ein Paar war nicht im Schlemm. Bei den Damen war es umgekehrt außerhalb der Schlemms: zwei Vollspiele und nur einmal 6 Coeur im „Hack“! – Was fand ich jetzt so besonders an diesem Board?

Nun, schaut man mal in die Double-Dummy-Analyse: da gehen 6 Pik nur von meiner Seite – na klar, da ist man vorm tödlichen Karoangriff geschützt – aber wer wird schon von der Coeurhaltung nicht das Ass auf den Tisch legen? Die 5 Damen taten es alle, bei den Herren fand einer die Karo 4 für einen kontrierten Faller.
Das brachte Vita und mich später auf eine Idee: West könnte ja mit „Coeur-Toleranz“ 5 Karo bieten, um Ost vom Coeurangriff abzuhalten. Das schafften Oliver Hevemeier und Ortwin Wagner – waren die nicht letztes Jahr Deutsche Meister?

Aber jetzt kommt noch „on top“ meine letzte Erkenntnis: warum fiel bei 3 kontrierten 6 Coeur nur ein Spieler? Ist doch minus 2 der Par Kontrakt? Ausspiel war natürlich immer die Single Treff 8, vermutlich von Nord mit dem König genommen. Anscheinend hatten nun eine Dame und ein Herr auf Nord dieselbe fatale Idee: vor Treffrückspiel mal eben das Pik Ass abziehen? O je, das wurde geschnappt, und dank des im Schnitt sitzenden Karo König konnte man den Schlemm erfüllen. Nur ein Nordspieler spielte brav Treff zurück – König, Ass und klein für den 2. Faller.

Apropos Damen und Herren: eine „Sternchenaktion“ des Präsidiums sorgte zu Beginn des Turniers für allgemeine Heiterkeit, sollte man sie doch nicht irgendwo hin kleben, sondern darüber abstimmen, ob man denn ab jetzt lieber Frauen und Männer sein wollte? Nun, die meisten fanden denn doch wohl die althergebrachten Bezeichnungen weitaus schöner …


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